Weshalb eine Zwei-Banken-Strategie?

03. Juni 2013

So ein Sparschwein reicht aus, um eine Wurlitzer manchmal zu füttern, aber sie reicht nicht aus, um Wachstum in einem Unternehmen zu finanzieren. Natürlich wird jeder Unternehmer versuchen, im Laufe seines Lebens dahin zu kommen, ein schlechter Bankkunde zu sein. Das heißt, nicht abhängig zu sein von Banken. Aber in der Aufbauphase und in Zeiten besonderen Wachstums wird es wohl nötig sein, Kredite in Anspruch zu nehmen. Und deshalb brauchen wir Banken, nicht eine, sondern mindestens zwei! Also fahren sie mit der Zwei-Banken-Strategie. Warum ist das so wichtig?

In der Zusammenarbeit mit unseren Banken geht es um drei Dinge:

  • Erstens um Sicherheit: Sie sind niemals sicher, wenn Sie nur eine Bankverbindung haben. Da braucht Sie nur ein Sachbearbeiter mal nicht mehr leiden zu können, und er ließe Sie fallen wie eine heiße Kartoffel.
  • Zweitens um Unabhängigkeit: Sie sind nicht unabhängig, wenn sie nur einen Banker haben. Sie können nicht agieren, Sie können nicht vergleichen.
  • Drittens um die Marge: Das heißt, der Aufpreis, den Sie für ihre Kredite bezahlen müssen – zwischen Ihrem Einkaufspreis und dem Verkaufspreis ihrer Bank. Diese Marge richtet sich natürlich nach ihrem Rating, aber selbst hier lässt sich hart und fair verhandeln.

Arbeiten Sie unbedingt mit einer Zwei-Banken-Strategie!

Und noch ein allerletzter Tipp:

Bei uns steht auf allen Rechnungen, die unser Unternehmen verlassen, fettgedruckt:

„Wir arbeiten nur noch mit Deutschlands mittelstandsfreundlichsten Banken zusammen: Sparkasse und Volks- und Raiffeisen-Bank!“

Stolzkultur durch totale Transparents!

01. Mai 2013


Kontrollen im herkömmlichen Sinn haben wir noch nie gehabt! Was wir aber immer schon hatten: Rechenschaftspflicht! Das gilt sowohl für meine Führungskräfte als auch für mich! Heute sitze ich an meinem Schreibtisch, am 1.Januar, zum 28.mal, um Rechenschaft abzugeben über das Erreichte des vergangenen Jahres. Das heißt: Alle sogenannten Stakeholder, Mitarbeiter, Lieferanten, Stammkunden, auch unsere Lehrlinge, bekommen diesen Jahresbericht heute noch zugesendet, der alles beinhaltet: Zahlen, Erfolge, Misserfolge!
Manche Unternehmer werden sich jetzt fragen: Kann man denn so transparent sein? Entsteht da kein Neid?
Ich kann Ihnen wirklich aus Erfahrung sagen, genau das Gegenteil entsteht: Stolzkultur!
Überall da, wo es ein Vakuum an Informationen gibt, hat der Mensch die Angewohnheit, sein ganzes seichtes Gerümpel reinzuschmeißen. Und das, was rauskommt, nennt man Gerüchte. In dem Moment aber, wo dieses Vakuum mit konkreten Informationen vollgestopft ist, können überhaupt keine Gerüchte mehr entstehen. Es ergibt sich eine Stolzkultur, die uns im Schindlerhof bekannt gemacht hat!

Ihr Klaus Kobjoll

Wachsen & sichern

02. April 2013


Treppensteigen ist anstrengend! Aber wesentlich weniger gefährlich als linear hochzulaufen. Ich meine das natürlich bezogen auf unsere Geschäfte.
Wenn wir linear wachsen, das heißt, bei einer guten Geschäftsidee zu schnell wachsen, dann haben wir irgendwann einen Banker zu einem Rating-Gespräch im Haus. Und er bringt gleich einen Partner mit, von dem Sie noch nichts wissen: Denn in der Zwischenzeit ist Ihre Eigenkapital-Quote zu weit abgesunken.

Denken Sie also immer an ein Treppenhaus: Wachstum ja, aber dann immer wieder eine Konsolidierungsphase! Eigenkapital binden und Sondertilgungen machen! Erst dann kommt wieder die nächste Wachstumsphase.
Mit dieser Treppensteigmethode garantiere ich Ihnen: Sie bleiben Ihr Herr im eigenen Haus, denn Unternehmer zu sein heißt in erster Linie frei zu sein!
Konsolidieren ist immer wichtig! Aber noch wichtiger: Wachstum! Denn Wachstum ist und bleibt reiner Sauerstoff für ein Unternehmen!

Ihr Klaus Kobjoll

Vision-Werte-Strategie

01. März 2013


Die Vision ist ein ganzheitliches Bild unserer Zukunft. Sie ist immer eine Idealvorstellung, das heißt, man kann sie nur annähernd erreichen. Unsere Werte sind darin enthalten, doch sie muss immer auch einen Nutzen haben für andere. Sonst wird sie natürlich egozentrisch. Matthias Bonsen spricht bei der Vision vom ganzen Himmel, unsere Vision ist schnell erklärt im Schindlerhof:
Wir sind eine Talentschmiede und gleichzeitig eine Pilgerstätte für „Wa(h)re Herzlichkeit!“
Unsere Werte: Freude am Tun, Freiheit bei der Arbeit, Harmonie im Miteinander.
Und die Strategie, also der Weg, wie wir dort hinkommen, ist bei uns ein Umweg. Nämlich der über unsere Mitarbeiterorientierung hin zu einer hohen Kundenbegeisterung.
Das müssen wir natürlich ständig beweisen. Und das tun wir durch Preise und Auszeichnungen, die unseren Weg seit Jahrzehnten begleiten – quasi wie eine Perlenkette!

Ihr Klaus Kobjoll

„Rabatt ist eine Stadt in Marokko!“

01. Februar 2013

Wir kennen alle das deutsche Sprichwort: „Ohne Fleiß kein Preis“!
Das haben wir mit der Gründung unseres Schindlerhofs bereits im Jahr 1984 umgekehrt in „Ohne Preis kein Fleiß“. Leistung kostet einfach Geld. Und wir haben noch etwas geändert, von Anfang an: Wir arbeiten mit einer Preisgarantie. Das heißt, bei uns zahlt jeder Gast den gleichen Preis! Es gibt keinerlei Sonderpreise. Für uns ist Rabatt eine Stadt in Marokko.
Und diese Preisgarantie meißeln wir gerade in diesen Fels genau vor den Eingang unseres Unternehmens, das heißt, wir meißeln quasi unsere Preisgarantie in Stein.
Das macht natürlich ein professioneller Steinmetz.
Warum ist eine solche Preisgarantie denn so wichtig? Wenn wir das Geld, das wir eigentlich einnehmen müssten, um genügend Kohle für die Mitarbeiter zu haben, dem Kunden vorher zurückgeben, dann laufen wir irgendwann in eine Falle hinein, die da heißt:
„Wer seine Mitarbeiter mit Erdnüssen bezahlt, ist von Schimpansen umgeben“

Ihr Klaus Kobjoll

Das Schneckentempo der Bürokratie

09. Januar 2013


Wir enthüllen gerade ein Denkmal im Japangarten des Schindlerhofs. Stellen sie sich folgendes vor:
Vor unseren Toren wurden 500m Kanal neu verlegt! Für diese 500 Meter hat die Bürokratie 7 lange Jahre benötigt. In dieser Zeit gab es Tage, an denen wir kaum die Möglichkeit hatten, in unseren eigenen Laden zu fahren, dementsprechend schwer hatten es unsere Gäste. 650.000 Gäste haben uns aber in diesen langen 7 Jahren trotzdem die Treue gehalten.
Übrigens: Eine Schnecke hätte die gleiche Strecke in 1 Jahr zurückgelegt, deshalb haben wir hier auch auf unser Denkmal eine Schnecke bauen lassen.
Die Bürokratie in unserem Land wird immer mehr zum Krebsgeschwür im Fleisch unserer Leistungsgesellschaft!

Ihr Klaus Kobjoll

Erzählen Sie Ihre Geschichte!

07. Dezember 2012


Wichtiger Bestandteil erfolgreicher Unternehmen ist ihre Geschichte. In den USA spricht man vom „Story-Telling“. Und wir haben hier im Schindlerhof einen gähnend langen Korridor, unseren „Werdegang“. Und in diesem Werdegang dokumentieren wir die Geschichte unseres Unternehmens. Das Highlight zeige ich Ihnen jetzt!
Ja, und hier stehen wir davor. Der Baum unserer Unternehmensgeschichte. Dazu muss ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen:
Es gibt ein wunderbares Kloster, Schloss Banz, in unserem schönen Frankenland. Aus dem dortigen Klostergarten stammt ein 80jähriger Apfelbaum, aus dem ein wunderbarer Künstler, Bernhard Schmitt aus dem Allgäu, diesen Baum für uns gefertigt hat. Jedes Jahr, seit der Gründung unseres Unternehmens im Jahr 1970, ist mit einer Baumschreibe symbolisiert. Dazwischen liegen plötzlich goldene Scheiben! Die goldenen Scheiben stehen immer für die Jahre, die eine besondere Innovation gebracht haben, einen Erweiterungsbau oder aber Preise und Auszeichnungen. Heute stehen wir hier an dieser Kugel. Ich habe gleich einmal prophylaktisch für meine Tochter und meinen Enkel 50 Jahre fertigen lassen. 25 in Holz, 25 in Gold. Und jetzt muss ab der nächsten Generation eben dafür gesorgt werden, dass auf der einen Seite der Gründergeist lebendig bleibt, auf der anderen aber immer wieder genügend Highlights durch Innovationen dazu kommen. Wir haben ein Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation, der Charakter des Unternehmens liegt in den Wurzeln begründet, Stile dürfen und müssen sich ändern. Damit das Ganze lebendig bleibt.
Und ich wünsche mir, dass diese ganzen goldenen Ringe in den nächsten Jahrzehnten ihren Einsatz finden.

Ihr Klaus Kobjoll

„Armut heißt arm an Mut!“

09. Oktober 2012

Ich hätte da mal ´ne Frage: Ich zahle eigentlich lieber alles aus Eigenmitteln, die ich mir vorher zusammengespart habe. Ist das denn überhaupt sinnvoll?

Ich halte nichts davon, erst das Geld zu sparen, um es dann auszugeben, warum?

Ich zahle lieber Zinsen als zu viele Steuern. In dem Moment, in dem ich das Geld spare, habe ich es ja schon einmal vorher versteuert, das heißt, um eine Million zu investieren, muss ich schon mal gleich zwei Millionen verdient haben. Meine Zinsen dagegen, kann ich aber von der Steuerlast abziehen. Und dadurch schaffe ich Vermögen, speziell natürlich in Immobilien, in Anlagegüter, und das ist mir lieber als noch mehr Steuern zahlen zu müssen.

Mir persönlich macht es Angst, Schulden zu machen, ich habe da eine regelrechte Blockade. Kann man die lösen? Oder soll man sie beibehalten?

Ich hatte übrigens das gleiche Problem als junger Mann. Ich habe meinen Vater heute noch im Ohr – Gott hab ihn selig – wenn er immer sagte: „Hochmut kommt vor dem Fall“ oder : „Der liebe Gott lässt die Bäume nicht in den Himmel wachsen“. Darauf gibt es eine ganz einfach Antwort, um diese Blockade zu lösen: Der Schuldner ist in der westlichen Gesellschaft immer der Gewinner. Das heißt, derjenige, der brav sein Geld spart, dem wird ein Großteil davon wieder über die Inflation weggenommen. Der andere aber, der den Mut hat, die Schulden zu machen und damit Vermögen aufzubauen, zu investieren, schafft langfristig Werte, die natürlich teilweise auch der Inflation unterliegen, aber eben nur teilweise.

„Armut heißt arm an Mut“!

Im Kontext von Unternehmertum hat da Mitleid überhaupt nichts verloren!

Ihr Klaus Kobjoll

Verbesserungsvorschläge sind Pflicht!

01. September 2012

Hallo zusammen!

Wir haben hier einen ziemlich großen Verbesserungsvorschlag von unserem Dennis! Er würde gerne einen „Show-Room“ bauen, wo er verschiedene Tisch-Dekorationen für Hochzeiten oder Geburtstage aufzeigen könnte.

Vieles, lieber Dennis, hast Du ja schon in Deinen Vorschlag hineingeschrieben; was ist so der gravierendste Punkt, der dafür spricht? Warum willst Du das denn unbedingt haben?

„Also für uns ist es das Beste, weil wir einfach ein praxisnahes Beispiel liefern können. Im Moment haben wir die Schwierigkeiten, dass unser Bankettraum fast immer belegt ist, und wir den Gästen nicht mal eben live zeigen können, wie das Ganze aussieht!“

Grundsätzlich bin ich deiner Meinung, ich habe nur ein Gegenargument: das wird nicht ganz billig! Deshalb müssen wir nochmal genau durchrechnen, ob wir wirklich ein Return on Investment kriegen. Also, ob das, was wir da investieren, relativ schnell wieder zurückfließt.

„Aber haben wir da nicht vorne noch das Häuschen, da könnte doch noch ein bisschen Platz sein, um es dort zu machen.“
Also lass uns nochmal eine Nacht drüber schlafen!

Was Sie gerade gesehen haben, nennt man KVP! Ich habe mir mal sagen lassen, „KVP“ hieß früher bei VW „Kniefall vor Piech“, aber das ist natürlich ein Gerücht. In Wirklichkeit heißt es „Kontinuierlicher Verbesserungsprozess“.
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, die Japaner nennen es „Kaizen“, also Verbesserung in kleinen und kleinsten Schritten; dies muss Teil einer Unternehmenskultur werden. Im Schindlerhof haben wir das ziemlich gut implementiert. Wir bekommen von unserem 60-köpfigen Team jedes Jahr zwischen 600 und 800 schriftliche Verbesserungsvorschläge, zwischen 65% und 82% beträgt unsere Umsetzungsquote. Das heißt, wir haben hier fast japanische Verhältnisse.

Meine Empfehlung an Sie: Machen Sie es in Ihrem Team zur Pflicht, dass jedes Team-Mitglied  mindestens einen Verbesserungsvorschlag entweder pro Monat oder pro Quartal bringen muss!

Denn ganz ohne liebevollen Druck werden Sie Ihren KVP nicht zum Laufen bringen.

Dabei wünsche Ich Ihnen viel Glück.

Ihr Klaus Kobjoll

Seien Sie kreativ!

01. August 2012

Heute möchte ich Ihnen einen Tipp geben, wie Sie sehr leicht kreativ sein können und im Team Großes erreichen. Geklaut hab ich die Idee von Walt Disney, der war ja bekanntlich sehr kreativ und der hat immer so gearbeitet. Mein Büro ist in drei Teile eingeteilt. Hier ist mein Teil und da steht an der Wand „Dreamer’s Space“. Hier wird nur geträumt, da steht ne Wurlitzer, restauriert bis zur letzten Schraube, paar Bilder, ein leerer Schrebtisch, hier entstehen viele Ideen. Wenn so ne Idee geboren ist, dann geht sie quer durch den Raum, in den extrem anderen teil meines Büros und den zeig ich Ihnen jetzt. Hier ist Teil zwei unseres Büros, der „Realisierer – Raum“ und da sitzt Sandra, die ganz andere Talente hat als ich. Die Idee aus diesem Dreamers Space kommt hier rüber und hier wird sie aufgeteilt. Da braucht’s Excel-Sheets, moderierte Besprechung, wer erledigt was bis wann und das ist Ihre Aufgabe.

Und hier last not least der dritte Teil unsere „Sweat-Box“, unser Schwitzkasten. Bevor wir jetzt Geld ausgeben, setzen wir uns hier noch mal hin und holen die Führungskräfte hinzu, die das Talent haben, sich den worst case zu visualisieren, was ist das schlimmste was passieren kann, wenn wir das und das tun. Und hier wird das ganze noch mal kritisch angeschaut, aber wir bleiben nie sehr lange hier, es gibt vielleicht mal ne kleine Veränderung oder auch mal ne Verschiebung und dann Dampfwalze.